So einfach kann Politik sein – für jeden!
2. Mai 2018
Gastbeitrag „Über Vorurteile“
12. Mai 2018

Gastbeitrag von Susanne Riedl:

Was ist eigentlich los in Bayern? Zwei alte Männer propagieren Pläne, die wie eine Zeitreise ins Jahr 1933 wirken. Schön verpackt in blumige Worte verkaufen sie der Bevölkerung Dinge wie: Die Umwandlung der Bayerischen Polizei zur Stasi, Ausgrenzung von Menschen mit Handicap oder die Vorverurteilung von psychisch Kranken. Alles im Kontext, dass anders die Welt untergeht. Und falls das nicht reicht, um die Leute in Ekstase zu versetzen, wird einfach die Religions-Keule ausgepackt. Das Schreckgespenst Islam funktioniert immer. Schließlich war zum Beispiel Anis Amri Moslem. Der christlich geprägte Anders Breivik, spielt bei der Rechnung keine Rolle. Auch Marc Dutroux, Josef Fritzl oder die übervollen Frauenhäuser werden nicht erwähnt. Laut der alten Herren vergehen sich nur Muslime an Kindern und prügeln ihre Frauen. Darum gehört der Islam nicht zu Deutschland – eine ganz klare Schlussfolgerung – oder?

Ich habe noch nie so viel über meine Religionszugehörigkeit nachgedacht wie die letzten Wochen. Mir war es in der Vergangenheit einfach schlichtweg egal, dass ich katholisch bin. In meiner Familie spielt das nur bei Taufen, Kommunionen, Firmungen oder Beerdigungen eine Rolle. Meine Mutter würde ich als gläubig beschreiben- mit dem Procedere in der Kirche hat das aber nichts zu tun. Insgesamt war es aber meinen Eltern sehr wichtig uns Kindern Werte zu vermitteln. Viele davon überschneiden sich mit der Religion. Neben Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Liebe wurde uns noch Toleranz, Emanzipation und Eigenverantwortung vermittelt. Alle diese Werte sind immer noch Bestandteil meines Lebens. Danach beurteile ich auch die Menschen. Welcher Religion mein Gegenüber angehört, hat mich noch nie interessiert.

Schockierend, wie unter dem Deckmantel der Religion unser Bayern verdorben wird. Zwei Männer mit übergroßem Ego und einer völligen Selbstüberschätzung wollen Traditionen erhalten. Dabei übersehen sie, dass sie unsere Tradition der Offenheit ausmerzen. Sie wollen unsere Weltoffenheit und Toleranz durch nationalistischen Stolz ersetzen. Staatsfeind ist jeder, der sich als Europäer sieht. Lachhaft für jeden global denkenden Mensch. Das ist #nichtmeinbayern

Diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

38 − = 28