Jeglichen Wertekompass verloren
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Vorweg, ich bin zwar katholisch getauft und würde mich selbst schon als Christin bezeichnen, allerdings stehe ich Religionen, allen Religionen, und vor allem deren institutionellen Ausprägungen eher kritisch gegenüber. Nichtsdestotrotz haben ich Respekt vor allen Menschen, die glauben und eine positive Energie aus ihren jeweiligen Glaubensrichtungen ziehen können. Außerdem bin ich immer offen für Neues.

Natürlich habe ich dann auch gleich ja gesagt, als Nermin mich fragte, ob ich denn mal beim Fastenbrechen dabei sein möge. An dieser Stelle vielen Dank meine liebe Nermin! Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet und was das Fastenbrechen konkret bedeutet.

Da kam ich also zur Moschee und wurde gleich herzlich von Emine empfangen. Ich muss schon sagen, Respekt für die ganze Arbeit, die dahinter steckt. Und das täglich während des Ramadan. Ich wusste auch nicht, dass dies jeden Abend stattfindet. Aber ich lerne ja gerne dazu.

Neben dem guten Essen und der Gastfreundschaft ist mir aber vor allem eines in Erinnerung geblieben. Zwischen 200 und 300 Menschen von jung bis alt, mit Kopftuch oder ohne, sitzen beieinander, essen gemeinsam und unterhalten sich. Eine solche Art des gemeinsamen Beisammenseins habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Natürlich gibt es bei uns auch allerhand Feste, aber seien wir mal ehrlich, so viele Menschen jeden Abend zusammen zu bringen und das ganz ohne Alkohol ist nur schwer vorstellbar. Und noch dazu ohne großes Tamtam, sondern alltäglich – das fand ich wirklich gut.

Es geht mir in diesem Beitrag nicht um Erdoğan und eine Thematisierung seiner Politik. Es war schlicht eine schöne Erfahrung für mich und letztlich kommt es doch immer auf die Menschen an, was sie aus ihrer Religion machen. Und den Menschen, die diese Zeilen hier lesen und dem Islam kritisch gegenüberstehen, möchte ich nur sagen: geht doch einfach mal hin und macht euch euer eigenes Bild. „Die“ wollen euch nichts Böses und sie wollen euch auch nicht euren Glauben wegnehmen – habt keine Angst. Es sind Menschen wie du und ich. Nicht mehr, nicht weniger.

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