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100 Jahre SPD Mauth-Finsterau – warum die SPD wichtig war, ist und immer bleiben wird

Das Jahr 1918 war ein ereignisreiches Jahr für Bayern. Die Menschen haben sich erhoben und der unabhängige Sozialdemokrat Kurt Eisner hat den Freistaat ausgerufen. Ja, richtig, unseren Freistaat verdanken wir einem Sozialdemokraten und auch unsere Verfassung, von Wilhelm Hoegner im Exil geschrieben.

Weshalb feiern wir denn Parteijubiläen? Aus dem ganz einfach Grund, um zu erinnern und die Toten nicht zu vergessen. 1918 fand unter der Leitung des Landtagsabgeordneten Hans Nimmerfall die Gründung des Ortsvereines Mauth statt. 1933 wurde die SPD verboten und 1934 wurde Hans Nimmerfall im KZ ermordet. Ja, das ist aus heutiger Perspektive weit weg, aber ist es das wirklich? Im Jahr 2018, in dem die ganzen Rechten wieder aus ihren Löchern kriechen und selbstbewusst umherstolzieren? Haben wir schon vergessen, wohin das damals alles geführt hat?

Die Sozialdemokratie war die einzige Partei, die damals im vollen Bewusstsein Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet hat. Unsere Abgeordneten haben sich gegen Hitler gestellt, obwohl sie wussten, dass sie es höchstwahrscheinlich nicht überleben werden. Und dieses Erbe soll mit Füßen getreten werden? Nein, ich für meinen Teil werde das nicht zulassen.

Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht!

Diese Worte von Otto Wels werde ich niemals vergessen. Ich persönlich bin in die SPD genau aus diesem Grund eingetreten, um daran mitzuwirken, dass das größte menschliche Versagen NIE WIEDER geschehen kann. Ja, die SPD hat immer daran gearbeitet, das Leben der Menschen zu verbessern. Auch hier vor Ort im Bayerischen Wald. Und das lassen wir uns nicht durch Plattitüden wegnehmen. Nein, unsere Sozialdemokraten arbeiten für die Menschen, auch unter den schwersten Bedingungen und auch dann, wenn man mehr geschimpft als gelobt wird. Und ja, wir geben auch den Menschen eine Stimme, die sonst kaum eine haben. Natürlich ist es einfacher nur ein Klientel zu bedienen, aber Menschen sind Menschen und kein Klientel. Ich bin Jahrgang 1980 und ich weiß, dass ich ohne das BAföG nie studieren hätte können. Ich habe trotzdem neben dem Studium gearbeitet, weil es anders nicht ging. Trotz alledem bin ich der SPD dafür dankbar, dass sie die Möglichkeit dafür geschaffen hat, dass auch Arbeiterkinder den Bildungsaufstieg schaffen können. Viele Dinge, die für mich heute selbstverständlich sind – wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – gäbe es ohne die Sozialdemokratie nicht. Wenn die Menschen meinen, dass das alles heute normal ist und immer so bleiben wird, dann unterliegen sie einem Irrtum. Ein Blick nach Österreich zeigt, wie schnell das alles gehen kann, wenn man schwarz-blau wählt. 12-Stunden Arbeitstag, Angriffe auf die öffentlich-rechtliche Berichterstattung, Verunglimpfung von Menschen, Lügen als vermeintliche „Wahrheit“; diese Liste lässt sich fortsetzen. Und ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass die das tun, um Gutes zu erreichen? Nein, sicher nicht. Menschen werden darunter leiden und sie tun es auch heute schon. Als Sozialdemokratin stehe ich für die Rechte aller Menschen, denn niemand kann sich aussuchen, auf welchem Erdteil er geboren wird. Ich werde weiterhin gegen jeden Nazi stehen und ich werde auch weiterhin diese als das bezeichnen, was sie sind. Rechtsradikale, die nichts Gutes im Sinn haben und nur ihren eigenen Vorteil sehen. Ich will eine friedliche, solidarische Gesellschaft, in der jeder die gleichen Chancen hat und ich will meine Freiheit als Bürgerin behalten! Für den einen oder anderen mag sich das vielleicht wie eine Utopie anhören, aber worauf sollen wir denn im Leben sonst hinarbeiten als darauf, dass es allen gut geht?

 

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